Hapkido

Für den Anfänger des Hapkido stehen die Grundbegriffe wie: richtige Stellung, Körperspannung, Fallschule, Prinzipien etc. im Vordergrund. Doch auch der fortgeschrittene Schüler darf nie vergessen, worauf sich sein Hapkido Gebäude stützt. Je stabiler sein Fundament, desto besser und einsturzsicherer ist sein Haus. Je höher sein Haus also wird, desto stärker müssen die Grundmauern sein. Daher ist es für den fortgeschrittenen Schüler wichtig, ständig sein Fundament zu verbessern.

Hapkido ist Selbstschutz und Training fürs Leben. Nicht Siege bei Wettkämpfen sollen für den Schüler als alleiniges Ziel im Vordergrund stehen, sondern die Auseinandersetzung mit sich Selbst, das Bemühen sein Potential zu Tage zu bringen, es zu erweitern, ständig an sich zu arbeiten – sich seiner selbst bewusst zu werden. Ein Wettkampf erfordert eine punktuelle Vorbereitung auf den Tag X, danach spielt die Form keine Rolle mehr. Im Hapkido ist jeder Tag ein Tag X – das Training des Hapkido ist ein Weg der ein Leben lang dauert.

Die Schüler – Meisterbeziehung ist ein elementarer Bestandteil des Hapkido. Der Meister ist jener, der seinem Schüler den Weg zeigt, ihm hilft Blockaden zu überwinden, ihm aber auch manchmal Hindernisse entgegenstellt um ihn zu prüfen und zu lehren. Kein Weg ist gleich, und kein Meister ist perfekt. Der perfekte Meister existiert nur in unserer Vorstellung. Der Meister ist jemand, der auf dem Weg einfach ein Stückchen weiter ist als man selbst; auch der Meister lernt ständig und ist somit gleichzeitig auch Schüler.

Die Entwicklung jedes Hapkido Schülers ist eine persönliche. Der Vergleich mit anderen führt in eine Sackgasse. Der Wettkampf zwischen den Hapkido Übenden: Ich muss besser sein als mein Partner – oder er/sie trainiert noch nicht so lange, und kann schon mehr Techniken führt nur zur Beeinflussung des Egos, bringt auf dem Weg keinen Zentimeter Weggewinn. Jeder Schüler bringt individuelle Voraussetzungen mit, und der einzige legitime Vergleich ist der mit sich selbst. Wo stand ich vor einem Jahr, wo stehe ich heute. Jede Art des polarisierens ist daher zu unterlassen.

Hapkido ist eine lebenslange Herausforderung. Zeiten des scheinbaren Erfolgs wechseln mit Phasen der scheinbaren Frustration. In Wahrheit gibt es weder ein “gut” noch ein “schlecht”, denn wir lernen und entwickeln uns permanent in jeder Phase und eines sollte jedem Hapkido Schüler klar sein:

Der Weg zu jedem Ziel ist voller Erfahrungen

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